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Bonhoeffer dieser Tage

Die aktuelle Berichterstattung aus Chemnitz zu verfolgen, an das Vorgehen gegen das ZDF-Team in Dresden – Stichwort Pressefreiheit – zu denken und mich an Dunja Hayalis Reportage und Interviewversuche auf Pegida-Demonstrationen zu erinnern: Es lässt mich den Kopf schütteln. Ich kann nicht verstehen, wie manche Menschen miteinander umgehen, die Würde des Menschen mit zweierlei Maß messen, das Grundgesetz missachten (vielleicht sogar verachten) und sich in Vorurteilskonstrukten ihre eigene Form der “Wahrheit” schaffen, die keiner Argumentation zugänglich ist.

Wenn wir in keine Diskussion mit diesen Menschen gelangen und somit nicht überzeugen können, dann können wir immer noch offen “Nein” sagen und zu unserem “Nein” stehen. Denn wir wissen alle, worum es geht.

Dass es Parallelen zu unserer Geschichte gibt, ist offensichtlich. Heute zitiere ich den Humanisten und Theologen Dietrich Bonhoeffer, der im April 1945 im Lager Flossenbürg erhängt wurde:

“Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite geschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden, ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen.”

Entnommen habe ich das Zitat dem Dietrich-Bonhoeffer-Portal.

Heute ist Tag 26 der 30-Tage-Challenge, an jedem Tag zehn Minuten lang zu einem selbst gewählten Thema zu schreiben und auf dem Blog zu veröffentlichen. Das heutige Thema unterscheidet sich vom übrigen Inhalt des #10minBlog – und gehört dennoch dazu als Teil der Welt, in der wir leben.

  1. Pingback: 10minBlog: Blick zurück auf 30 Tage tägliches Schreiben - FRAU RUPP

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